Richtig richtige Entscheidungen treffen

Etwa 20’000 Entscheidungen treffen wir täglich, einige bewusst, viele unbewusst. Manche langsam, zahlreiche blitzschnell. Welche Entscheidung wir treffen, jede hat Konsequenzen. Bleiben wir beispielsweise nach dem Weckerklingen länger liegen, bedeutet das weniger Zeit fürs Frühstück statt sich noch einmal umzudrehen. Nächste Entscheidungen sind Krawatte ja oder nein, Mantel oder Sakko und so weiter.

Angesichts der Fülle unserer täglichen Wahloptionen können wir von Glück sprechen, dass einige davon trivial sind. Im Job allerdings geraten wir ständig Situationen, in denen wir blitzschnell entscheiden müssen. Die Konsequenzen haben häufig eine grosse Tragweite und wir stehen mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60 Prozent unter Zeitdruck….

Die richtigen Entscheidungen zu treffen ist anspruchsvoll, doch nicht unmöglich. Wir zeigen Ihnen intuitive Mechanismen auf und wie Sie Ihre Entscheidungskompetenz verbessern.

Kopf oder Bauch?

Im beruflichen Umfeld fragen wir uns oft «soll ich nun mit dem Kopf oder doch aus dem Bauch entscheiden?». Es ist unmöglich, alle Entscheidungen rational zu treffen. Bauchentscheide sind nicht schlechter, aber extrem schneller. Dabei müssen wir jedoch beachten, wer die Entscheidung trifft. Trifft die Entscheidung ein Anfänger oder ein Profi, eine Nachwuchsführungskraft oder eine alter Hase? Je erfahrener jemand ist, umso besser werden auch die Entscheidungen gemäss dem Bauchgefühl. Je unerfahrener jemand ist, umso mehr sollte er sich die Entscheidung genau überlegen.

Gefühle haben keinen Verstand?

Der US-Neurologe Antonio Damasio kam der Intelligenz unserer Gefühle auf die Spur. In einem Experiment stellt er den Teilnehmenden die Aufgabe, aus vier Kartenstapeln jeweils eine Karte auszuwählen. Rote Karten bedeuteten eine Busse. Bei den Stapeln A und B waren die Bussen und auch Gewinne höher. Es war also gewinnbringender, sich von den anderen Stapeln C und D zu bedienen. Doch die Teilnehmer zogen eifrig Karte um Karte. Erst nach der fünfzigsten Karte dämmerte es einigen. Ein Messgerät zeichnete die emotionale Veränderungen auf. Überrascht stellte der Forscher fest, dass dieses bereits bei der zehnten Karte Alarm geschlagen hat. Das Gespür hatte also lange vor dem Verstand die Gefahr gewittert.

Das «Abilene-Paradoxon»

Wenn andere nichts sagen, interpretieren wir dies häufig als Zustimmung. Dieses Phänomen «Abilene-Paradoxon» geht auf den amerikanischen Professor Jerry Harvey zurück. Er beobachtete, dass Führungskräfte in Meetings ganz oft nicht widersprechen und an der einmal gewählten Strategie festhalten. Dies aus dem einfachen Grund, weil sie annehmen, dass die anderen gleich denken. Entsprechend entwickeln sich Unternehmen in die falsche Richtung, bleiben stehen oder scheitern gar. Deshalb sollten wir Entscheidungen stets kritisch hinterfragen.

Die Verteidigung falscher Entscheidungen

Der Mensch ist ein Meister darin, sich seine eigene Wirklichkeit zu schaffen. Ganz nach Pippi Langstrumpfs «Ich mache mir die Welt, widdewiddewid wie sie mir gefällt». Scheinbar lügen wir uns gerne selbst in die Tasche. Oft führt dies zu Weissmalerei, Selbstgerechtigkeit und Selbsttäuschung.

Häufig kommt auch die «Wahlblindheit» zum Tragen. Das heisst wir halten an unserer Begründung für eine bestimmte Wahl fest, selbst wenn wir uns ursprünglich für etwas Anderes entschieden haben. Wir bemerken die Unterschiede nicht mehr. Danach landen wir oft in einer «Entscheidungsparalyse». Nichts geht mehr. Lieber am Bestehenden festhalten anstatt etwas Neues zu wagen. Sicher ist Ihnen das aus Ihrem Umfeld bekannt? Daraus erkennen wir, dass wir Entscheidungen bewusst und reflektiert treffen müssen.

Verlustängste: Die Psychologie der Entscheidungen

Bei allen Entscheidungen fragen wir uns «Was gewinne ich und was verliere ich?» Wenn ich mich für einen Weg entscheide, schliesse ich alle anderen Alternativen aus. Komplex wird es bei schwerwiegenden Entscheidungen wie der Fusion eines Unternehmens. Entweder fusionieren, dann wird beispielsweise Eigenständigkeit ausgeschlossen. Oder wir entscheiden uns gegen die Fusion und können somit viele Synergien nicht berücksichtigen.

Mehrere psychologische Untersuchungen zeigen uns, dass wir die meisten Entscheide so fällen, damit wir nichts verlieren. Wir lassen oft den möglichen Gewinn ausser Acht und entscheiden uns für Dinge, die kurzfristig Belohnung versprechen aber langfristig falsch sind.

Stress führt zu riskanteren Entscheidungen

Führungskräfte stehen täglich unter hohem Druck. Digitalisierung und Globalisierung führen zu einer Beschleunigung, in der wir uns häufig für die riskantere Alternative entscheiden. Stetig befinden wir uns privat und beruflich in Entscheidungsnot. Entscheidungen, die wir unter Stress treffen, sind nicht immer die besten, das ist uns wohl allen bewusst.

Tipps für bessere Entscheidungen

  • Überlegen Sie, welcher Entscheidungstyp Sie sind
  • Analysieren Sie die aktuelle Situation und bevorstehende Herausforderungen
  • Hinterfragen Sie Ihre Interpretation
  • Überprüfen Sie kurz Ihre Entscheidung
  • Nutzen Sie ein klares Entscheidungsraster
  • Denken Sie über die Konsequenzen Ihrer Entscheidung nach
  • Fahren Sie vor wichtigen Entscheidungen herunter
  • Achten Sie auf Ihre Gefühle
  • Treffen Sie nie eine Entscheidung in Wut oder Verärgerung

Wir Menschen sind keine einfache, rationale Maschinen, sondern ein komplexes Gebilde aus Emotionen, Gefühlen, automatisierten Abläufen, psychologischen Einflüssen und vielem mehr. Es gibt kein abschliessendes Rezept, um Entscheidungen richtig zu treffen. Wichtig ist sich ständig weiterzuentwickeln, sich zu trauen auch falsche Entscheidungen zu treffen und zu korrigieren. Mit jeder bewusst getroffenen Entscheidung werden wir besser.

Trainieren Sie Ihre Entscheidungskompetenz

Selbstverständlich können Sie Ihre Entscheidungsfindung trainieren und vertiefen. Unsere Erfahrung zeigt, dass Menschen, insbesondere Führungskräfte, sehr rasch lernen können, besser und schneller Entscheidungen zu treffen. Dies erleben wir immer wieder in unserem «24h-Decision-Camp». Während 24 Stunden setzen wir die Teilnehmer unzähligen Entscheidungssituationen aus. Dazwischen erhalten Sie theoretische Inputs und Werkzeuge, die Ihre Entscheidungsfindung stärken und Entscheidungen verbessern. Auf Wunsch bieten wir auch einzelne Trainingseinheiten an.

Sprechen Sie mit uns. Gerne tauschen wir unsere Erfahrungen mit Ihnen aus. KONTAKT

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